1. Warum diese 25 Werke heute noch faszinieren
Diese Auswahl ist keine mathematische Rangliste. Sie verbindet weltweite Bekanntheit, kunsthistorische Bedeutung und einen praktischen Lerneffekt. Einige Bilder haben neue Sehgewohnheiten geprägt, andere verdichten eine ganze Geschichte in einer einzigen Szene. Gemeinsam ist ihnen, dass ihre Wirkung nicht vom Zufall lebt.
| Bildwirkung | Beispiele | Das übst du beim Nachmalen |
|---|---|---|
| Weiche Übergänge und Licht | Mona Lisa, Mädchen mit dem Perlenohrring | Hauttöne, Kanten und Hell-Dunkel |
| Bewegter Pinselrhythmus | Sternennacht, Seerosen, Sonnenblumen | Strichrichtung und Farbschichten |
| Klare Raumwirkung | Das letzte Abendmahl, Las Meninas, Die Schule von Athen | Perspektive und Blickführung |
| Muster und Flächen | Der Kuss, American Gothic | Wiederholungen und Farbbalance |
| Ausdruck durch Reduktion | Der Schrei, Guernica, Die zwei Fridas | Emotion, Kontrast und Symbolik |
Bekannte Bilder wirken beim ersten Blick oft selbstverständlich. Beim Nachmalen merkst du jedoch, wie bewusst helle Flächen gesetzt, Diagonalen wiederholt oder ruhige Bereiche neben Details platziert wurden. Dieses genaue Sehen ist wertvoller als eine perfekte Kopie: Du verstehst nicht nur, was dargestellt ist, sondern auch, warum das Bild funktioniert.
2. Mona Lisa – Leonardo da Vinci
Leonardo malte Lisa Gherardini in ruhiger Dreiviertelansicht, mit übereinandergelegten Händen und einem Blick, der den Betrachtenden zu folgen scheint. Entscheidend ist das Sfumato: Konturen werden nicht hart gezogen, sondern durch feinste Übergänge zwischen Licht und Schatten aufgebaut. Beim Nachmalen lernst du deshalb, Haut nicht als eine einzige Farbe zu behandeln. Arbeite mit mehreren nahen Tönen und lasse manche Kanten bewusst weich. Eine ausführlichere Einordnung findest du unter Mona Lisa Bedeutung.
3. Die Sternennacht – Vincent van Gogh
Van Gogh malte die Sternennacht im Juni 1889 in Saint-Rémy. Der Himmel ist kein bloßer Hintergrund, sondern die eigentliche Bewegung des Bildes: Wirbel, Bögen und kurze Striche führen das Auge durch Blau, Gelb und Weiß. Beim Nachmalen ist die Strichrichtung wichtiger als eine vollständig glatte Fläche. Setze Pinselzüge entlang der Bewegung des Motivs und lasse einzelne Farbschichten sichtbar. So entsteht Energie, ohne dass jedes Detail exakt stimmen muss. Vertiefung: Van Gogh Künstler.

4. Der Schrei – Edvard Munch
Munchs bekannteste Fassung von 1893 verbindet Tempera und Wachskreide auf Karton. Gesicht, Körper und Landschaft sind stark vereinfacht; trotzdem ist die emotionale Wirkung unmittelbar. Das liegt vor allem an den geschwungenen Linien, dem gekippten Raum und den gegeneinander arbeitenden Farben. Beim Nachmalen lernst du, dass Ausdruck nicht von realistischer Anatomie abhängt. Eine klare Silhouette und eine konsequente Linienbewegung können stärker wirken als viele kleine Details.
5. Mädchen mit dem Perlenohrring – Vermeer
Das um 1665 entstandene Bild ist kein klassisches Porträt, sondern eine sogenannte Tronie: eine Studie eines erfundenen Charakters oder Gesichtstyps. Vermeer konzentriert sich auf wenige Elemente – dunkler Hintergrund, weiches Seitenlicht, feuchte Lippen und helle Reflexe an Augen und Ohrring. Beim Nachmalen übst du, Glanz sparsam einzusetzen. Ein winziger heller Punkt wirkt nur dann leuchtend, wenn seine Umgebung ruhig und deutlich dunkler bleibt.

6. Die Geburt der Venus – Botticelli
Botticelli zeigt nicht die eigentliche Geburt der Venus, sondern ihre Ankunft an der Küste Zyperns. Feine Konturen, wehendes Haar und bewegte Stoffe geben der Szene Rhythmus, während die zentrale Figur fast still wirkt. Beim Nachmalen lohnt sich der Blick auf die Außenlinien: Sie sind elegant, aber nicht überall gleich stark. Zeichne zuerst die große Silhouette und prüfe die Abstände zwischen Armen, Haar, Muschel und Nebenfiguren, bevor du dich den Details widmest.
7. Das letzte Abendmahl – da Vinci
Leonardo schuf das Wandbild zwischen 1494 und Anfang 1498. Alle Perspektivlinien führen zu Christus, während die Apostel in lebhaften Gruppen reagieren. Die von Leonardo gewählte Trockentechnik machte das Werk allerdings schon früh anfällig für Schäden. Beim Nachmalen lernst du zweierlei: Perspektive lenkt den Blick, und Figuren wirken klarer, wenn sie in Gruppen mit eigenen Gesten organisiert werden. Lege deshalb zuerst Horizont, Fluchtpunkt und große Körperformen fest.
8. Frühstück im Grünen – Manet
Manets Bild wurde 1863 vom offiziellen Pariser Salon abgelehnt und anschließend im Salon des Refusés gezeigt. Der Skandal entstand nicht nur durch die unbekleidete Frau zwischen zwei bekleideten Männern, sondern auch durch die ungewöhnlich flache, direkte Malweise. Beim Nachmalen trainierst du große Farbflächen und deutliche Kontraste. Statt jedes Blatt einzeln auszuarbeiten, prüfst du zuerst, wie helle Haut, dunkle Kleidung und grüner Hintergrund als drei große Bildmassen zusammenspielen.
9. Seerosen – Monet
Monet widmete seinen Seerosen über Jahrzehnte mehr als 250 Gemälde. Das Motiv blieb ähnlich, doch Licht, Wetter, Tageszeit und Farbstimmung änderten sich ständig. Genau darin liegt die wichtigste Lektion: Wasser ist selten einfach nur blau. Beim Nachmalen kannst du Reflexe aus Grün, Violett, Rosa, Grau und Gelb nebeneinandersetzen. Wiederhole ein Motiv ruhig mehrfach; du lernst mehr über Farbe, wenn du dieselbe Form unter verschiedenen Lichtbedingungen beobachtest.
10. Der Kuss – Klimt
Klimts quadratisches Gemälde von 1908/09 verbindet Figuren, ornamentale Muster und Blattgold. Die Körper verschmelzen fast mit der dekorativen Fläche, während Gesichter und Hände vergleichsweise ruhig bleiben. Beim Nachmalen lernst du, Muster zu dosieren: Nicht jeder Bereich braucht dieselbe Dichte. Arbeite zuerst mit großen Gold-, Ocker- und Grünflächen, setze danach Rechtecke, Kreise und florale Formen und halte den emotionalen Mittelpunkt bewusst einfacher.
11. Guernica – Picasso
Picasso malte Guernica 1937 als Reaktion auf die Zerstörung der baskischen Stadt. Die fast monochrome Bildsprache, die zersplitterten Körper und die scharfen Formen machten das Werk zu einem internationalen Antikriegssymbol. Beim Nachmalen solltest du zunächst nur in Hell, Mittel und Dunkel denken. Wenn Silhouetten und Kontraste funktionieren, trägt das Bild auch ohne kräftige Farbe. Das ist eine gute Übung, um Komposition von dekorativer Farbwirkung zu trennen.
12. American Gothic – Wood
Grant Woods Gemälde von 1930 zeigt einen Farmer und seine Tochter vor einem neugotischen Haus. Die starre Haltung wird durch wiederholte Vertikalen verstärkt: Mistgabel, Fenster, Kleidermuster und lange Gesichter greifen ineinander. Beim Nachmalen lernst du visuelles Erzählen durch Wiederholung. Suche zwei oder drei Formen, die im Bild mehrfach auftauchen, und übertrage sie auf Kleidung, Architektur oder Gegenstände. So entsteht Zusammenhalt, ohne dass du zusätzliche Dekoration benötigst.
13. Die persistente Erinnerung – Dalí
Dalís Bild von 1931 ist nur etwa 24 × 33 Zentimeter groß, obwohl seine schmelzenden Uhren zu den größten Bildideen des Surrealismus gehören. Die Gegenstände sind präzise gemalt, während ihre Logik unmöglich bleibt. Beim Nachmalen lernst du, Fantasie glaubwürdig erscheinen zu lassen: Klare Kanten, nachvollziehbare Schatten und eine ruhige Landschaft geben den weichen Uhren Gewicht. Je ungewöhnlicher die Idee, desto sorgfältiger darf ihre Lichtführung sein.
14. Weitere 13 Werke – von Rembrandt bis Frida Kahlo
Die Nachtwache – Rembrandt
Rembrandt verwandelte das Gruppenporträt von 1642 in eine Szene voller Bewegung. Licht trifft nicht alle Figuren gleich, sondern hebt Hauptpersonen und einzelne Details hervor. Beim Nachmalen übst du Hierarchie: Entscheide vorab, welche drei Bereiche am hellsten werden und welche Figuren im Halbdunkel bleiben.
Las Meninas – Velázquez
Das Hofbild von 1656 zeigt Infantin Margarita, ihr Gefolge, den malenden Velázquez und einen Spiegel im Hintergrund. Vordergrund, Mittelraum und Türöffnung erzeugen große Tiefe. Beim Nachmalen lernst du, Raum in Ebenen aufzubauen und kleine helle Akzente gezielt nach hinten zu setzen.
Die Erschaffung Adams – Michelangelo
Die fast zusammentreffenden Finger von Adam und Gott bilden den spannendsten Zwischenraum des Freskos. Gerade die kleine Lücke hält die Szene unter Spannung. Beim Nachmalen übst du deshalb nicht nur Anatomie und Gestik, sondern auch Negativraum: Die Form zwischen zwei Figuren kann ebenso wichtig sein wie die Figuren selbst.
Das Arnolfini-Porträt – Jan van Eyck
Das 1434 auf Holz gemalte Doppelporträt fasziniert durch Stoffe, Fell, Metall, Glas und den winzigen konvexen Spiegel. Die häufige Deutung als Hochzeitsbild ist bis heute umstritten. Beim Nachmalen kannst du verschiedene Materialien über Kanten, Lichtpunkte und Pinselstruktur voneinander unterscheiden.
Die Freiheit führt das Volk – Delacroix
Delacroix bezog sich auf die Julirevolution von 1830 und verband reale Kämpfer mit der allegorischen Figur der Freiheit. Die Komposition steigt wie eine Pyramide nach oben. Beim Nachmalen helfen dir Diagonalen und wiederkehrende Rot-, Weiß- und Blautöne, Bewegung und inhaltlichen Fokus zu bündeln.
Der Wanderer über dem Nebelmeer – Caspar David Friedrich
Die Rückenfigur steht vor gestaffelten Felsen und Nebelflächen. Je weiter die Landschaft entfernt ist, desto heller, kühler und kontrastärmer wird sie. Beim Nachmalen lernst du atmosphärische Perspektive: Vordergrundkanten bleiben klar, während entfernte Formen weicher ineinanderlaufen.
Nighthawks – Edward Hopper
Hoppers Gemälde von 1942 zeigt ein helles Diner in einer fast leeren nächtlichen Stadt. Der Ort wurde von Restaurants an der Greenwich Avenue angeregt, ist aber keine genaue Abbildung. Beim Nachmalen übst du künstliches Licht: innen warme Flächen, außen dunkle Kühle und dazwischen spiegelndes Glas.
Die Schule von Athen – Raffael
Raffael versammelt Philosophen der Antike in einer monumentalen Architektur; Plato und Aristoteles stehen im Zentrum. Die klare Zentralperspektive führt direkt zu ihnen. Beim Nachmalen setzt du zuerst Fluchtpunkt, Bögen und Bodenlinien, bevor du Figuren einfügst. So bleibt eine komplexe Szene räumlich lesbar.
Der Garten der Lüste – Hieronymus Bosch
Das um 1490 bis 1500 entstandene Triptychon ist voller rätselhafter Figuren, Tiere und Fantasieformen. Wer sofort mit den kleinsten Szenen beginnt, verliert schnell den Überblick. Beim Nachmalen teilst du jede Tafel zuerst in große Farb- und Landschaftszonen und arbeitest Details erst danach ein.
Whistlers Mutter – James McNeill Whistler
Der eigentliche Titel lautet Arrangement in Grey and Black No. 1. Das ist ein Hinweis auf Whistlers Interesse an Tonwerten und Bildordnung. Beim Nachmalen lernst du, wie reich eine begrenzte Palette wirken kann: Unterscheide mehrere warme und kühle Grauwerte, statt Schwarz einfach mit Weiß aufzuhellen.
Der dritte Mai 1808 – Francisco de Goya
Goya zeigt die nächtliche Erschießung spanischer Aufständischer. Eine Laterne beleuchtet den Mann im weißen Hemd, während die Soldaten als anonyme, dunkle Reihe auftreten. Beim Nachmalen übst du dramatisches Licht und eine klare Rollenverteilung: Hauptfigur hell und offen, Gegenkraft dunkel und geschlossen.
Sonnenblumen – Vincent van Gogh
Van Gogh schuf sieben bekannte Sonnenblumenbilder; die ersten vier entstanden 1888 innerhalb einer Woche in Arles. Beim Nachmalen lernst du, eine enge Farbpalette lebendig zu halten. Gelb kann zitronig, ocker, grünlich oder bräunlich sein. Verändere außerdem die Strichrichtung zwischen Blüten, Blättern, Vase und Hintergrund.
Die zwei Fridas – Frida Kahlo
Kahlo malte das doppelte Selbstporträt 1939 nach der Trennung von Diego Rivera. Die beiden Figuren tragen unterschiedliche Kleidung; ihre sichtbaren Herzen sind miteinander verbunden. Beim Nachmalen übst du Symmetrie mit bewussten Abweichungen. Wiederhole Haltung und Grundform, variiere aber Stoff, Farbe, Symbolik und Gesichtsausdruck.
15. Was du beim Nachmalen wirklich lernst
Ein Meisterwerk nachzumalen heißt nicht, die Handschrift eines anderen zu imitieren. Du zerlegst eine fertige Wirkung in nachvollziehbare Entscheidungen:
- Tonwerte: Wo liegen die hellsten, mittleren und dunkelsten Flächen?
- Kanten: Welche Konturen sind scharf, welche verschwimmen?
- Blickführung: Wohin führen Linien, Gesten und Kontraste?
- Farbbeziehungen: Wirkt eine Farbe nur deshalb kräftig, weil ihre Umgebung gedämpft ist?
- Geduld: Welche Wirkung entsteht erst durch mehrere dünne Schichten?
Aus den Rückmeldungen unserer Kund:innen wissen wir, dass besonders der leichte Einstieg und der sichtbare Fortschritt motivieren. Viele verteilen ein Motiv auf mehrere ruhige Abende und machen daraus ein kleines Ritual. Genau dafür eignet sich Malen nach Zahlen: Die Flächen geben Orientierung, während du trotzdem lernst, Farbe sauber aufzunehmen, Kanten zu kontrollieren und den Gesamtzusammenhang im Blick zu behalten.
Als nächsten Überblick empfehlen wir unseren Pillar Ratgeber. Weitere Ideen für kreative Auszeiten findest du bei Hobbys für Frauen. Wähle am besten nicht das vermeintlich einfachste Motiv, sondern eines, dessen Farben und Stimmung dich über mehrere Abende interessieren.
Häufige Fragen zu berühmten Gemälden
1. Welches berühmte Gemälde gibt es als Malen nach Zahlen?
Viele Klassiker gibt es als Malen nach Zahlen – darunter Neuinterpretationen der Mona Lisa, von Van Goghs Sonnenblumen und der Sternennacht. Bei Lieblingsart findest du solche Motive in unterschiedlichen Stilrichtungen; das Sortiment kann sich jedoch ändern. Entscheidend ist, ob du eine möglichst werkgetreue Vorlage oder eine modernisierte Variante bevorzugst.
2. Welcher Künstler hat das berühmteste Gemälde gemalt?
Leonardo da Vinci malte mit der Mona Lisa das wohl bekannteste Gemälde der Welt. Der Louvre bezeichnet sie als das berühmteste Porträt der Kunstgeschichte. Ihre Bekanntheit beruht nicht nur auf dem rätselhaften Ausdruck, sondern auch auf Leonardos Sfumato, ihrer Ausstellungsgeschichte und ihrer enormen kulturellen Verbreitung.
3. Wie viele Stunden hat van Gogh an der Sternennacht gearbeitet?
Eine verlässliche Stundenzahl für die Sternennacht ist nicht dokumentiert. Das Museum of Modern Art datiert das Werk auf Mitte Juni 1889 und beschreibt, dass van Gogh es in mehreren Sitzungen ausführte. Behauptungen, das Bild sei in einer einzigen Nacht entstanden, lassen sich daher nicht seriös belegen.
4. Sind die Originale immer in Museen?
Nein, die Originale befinden sich nicht immer in klassischen Museen. Leonardos letztes Abendmahl ist weiterhin im Refektorium von Santa Maria delle Grazie in Mailand zu sehen, Michelangelos Erschaffung Adams an der Decke der Sixtinischen Kapelle. Andere Werke gehören Privatsammlungen oder reisen zeitweise als Leihgaben.
5. Welches berühmte Gemälde ist gut zum Nachmalen?
Für den Einstieg ist die Sternennacht besonders gut geeignet. Ihre sichtbaren, bewegten Pinselzüge lassen kleine Abweichungen zu und vermitteln schnell ein Gefühl für Rhythmus und Farbschichtung. Für ein ruhigeres Motiv eignen sich Monets Seerosen; bei Porträts ist das Mädchen mit dem Perlenohrring eine gute Übung für Licht und Hauttöne.

Du musst kein Museumsoriginal exakt kopieren, um von großen Kompositionen zu lernen. Wähle eines unserer Bestseller-Motive und beobachte beim Malen bewusst Licht, Farbflächen und Blickführung – genau dort beginnt dein eigener Stil.
